Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Absinth zu einem richtigen Kultgetränk, welches in den meisten Städten in Europa sehr häufig getrunken wurde. Es entwickelten sich dann Rituale, die den Genuss des Absinths genauer regelten und als die beste Form des Konsums von Absinth galten. Immer mehr Menschen begannen sich dem anzuschließen und die Rituale zu nutzen. Am bekanntesten ist wohl das französische Ritual. Frankreich war damals auch das wichtigste Land, wenn es um den Absinth ging. Beim französischen Ritual werden ein oder zwei Würfelzucker auf einen Absinthlöffel gelegt. Dieser wird dann auf ein Glas mit ein wenig Absinth gelegt und anschließend wird Wasser über den Zucker getropft. Im Glas entsteht daraufhin ein milchiges Gemisch aus Wasser, Zucker und Absinth, das dann getrunken werden kann. Ein weiteres sehr populäres und auch spektakuläres Ritual kommt aus Tschechien. Hier wird auch wieder Zucker auf dem Absinthlöffel gelegt. Nun wird der Absinth darüber gegossen und die Würfel saugen sich mit dem hochprozentigen Absinth voll. Anschließend muss man die Zuckerwürfel dann anzünden und diese tropfen dann karamellisiert in das Getränk. Anschließend kann dann der Absinth getrunken werden. Es gibt noch viele weitere Rituale, die aber sehr viel weniger verbreitet sind. Die Schweizer zum Beispiel trinken ihren Absinth ganz klassisch mit kaltem Wasser und verzichten auf irgendwelche Umstände. Man sollte in diesem Zusammenhang dann aber auch noch das böhmische Ritual erwähnen, welches besonders interessant ist. Beim böhmischen Ritual werden in eine Glaspfeife Absinth und Eiswürfel gefüllt. Dann zieht man möglichst stark an einer Mundöffnung und durch den Druck schießt der Absinth in den Mundraum. Hier entfaltet der Absinth dann seinen vollen Geschmack und sorgt für ein angenehm wärmendes Gefühl.